Die Geschichte der SPÖ
1919 - 2004
Von der Regierungsverantwortung in die Illegalität
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16. Februar 1919 |
Bei der
Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung sind erstmals auch Frauen
wahlberechtigt. Die Sozialdemokratie wird stärkste Partei und bildet eine
Koalition mit den Christlich-Sozialen. |
| Mai 1919 | Wiener
Gemeinderatswahlen: Von 165 Mandaten erhalten die Sozialdemokraten 100.
Jakob Reumann wird der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Wien.
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| 10. September 1919 |
Staatsvertrag von St. Germain. Gesetz über den 8-Stunden-Tag. In Wien wird
der erste Gemeindebau errichtet. |
| 22. Oktober 1920 | Die
Sozialdemokraten gehen in die parlamentarische Opposition.
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| 10. November 1920 | Die neue
Bundesverfassung tritt in Kraft. |
| Mai 1924 | Gründung
des “Republikanisches Schutzbundes” der Sozialdemokratischen Partei.
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| 3. November 1926 | Das
“Linzer Programm” wird auf dem Parteitag beschlossen.
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| 30. Jänner 1927 | In
Schattendorf/Burgenland schießen Frontkämpfer auf Schutzbündler.
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| 15. Juli 1927 | Der
Freispruch der Schattendorf-Attentäter am Vortag fordert den Protest der
Arbeiterschaft heraus. Erbittert ziehen die Arbeiter am Morgen in die Stadt.
Der Justizpalast wird in Brand gesteckt. Zusammenstöße mit der Polizei
fordern 85 Tote unter den Arbeitern und vier tote Polizisten; 600 Menschen
werden verwundet. |
| Die
Heimwehren bekennen sich im “Korneuburger Eid” zum Faschismus: “... wir
verwerfen den westlichen parlamentarischen Demokratismus.
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| 7. März 1933 | ”Kanzler
Dollfuß schaltet das Parlament aus und proklamiert die autoritäre Führung
der Staatsgeschäfte. |
| 12. Februar 1934 |
Februar-Blutbad: Polizeibeamte dringen in das Linzer Parteiheim ein. Die
Schutzbündler setzen sich zur Wehr, daraufhin bricht auch in Wien und
anderen Industriestädten der Aufstand los. In Wien wird der Karl-Marx-Hof
vom Bundesheer beschossen. Die Sozialdemokratie wird verboten, ihre Führung
größtenteils verhaftet. |
| 12. März 1938 | Hitler
marschiert in Österreich ein und verkündet den Anschluß.
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| 1. September 1939 | Deutsche
Truppen besetzen ohne Kriegserklärung Polen. Der Zweite Weltkrieg beginnt.
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27. April 1945 |
Proklamation der “Provisorischen österreichischen Staatsregierung” durch
Karl Renner und Leopold Kunschak über die Wiederherstellung der Republik.
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| April 1945 |
Neugründung der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ).
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| 5. August 1945 | Die
erste Nummer der “Arbeiter-Zeitung” in der Zweiten Republik erscheint.
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| 20. Oktober 1945 | Karl
Renner wird einstimmig durch die Bundesversammlung zum Bundespräsidenten
gewählt. |
| 14. und 15. Dezember 1945 | Erster
ordentlicher Parteitag seit 1933. Neuer Parteivorsitzender ist Adolf Schärf.
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| 25. Juli 1946 | Das
Arbeiterurlaubsgesetz wird durchgesetzt. |
| Oktober 1950 | Ein
kommunistischer Putschversuch in Wien wird vereitelt.
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| 31. Dezember 1950 | Karl
Renner stirbt. |
| 27. Mai 1951 | Theodor
Körner wird Bundespräsident. In Frankfurt wird die Sozialistische
Internationale neu gegründet. |
| 15. Mai 1955 | Mit der
Unterzeichnung des Staatsvertrages erhält Österreich seine volle
Souveränität wieder. |
| 1. Jänner 1956 | Das
Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) tritt in Kraft.
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| 8. Mai 1957 | Bruno
Pittermann wird Parteivorsitzender. |
| 28. April 1957 | Adolf
Schärf wird zum Bundespräsidenten gewählt; 1963 wieder für eine zweite
Amtsperiode. |
| 13. und 14. Mai 1958 |
Parteitag und neues Programm der SPÖ. |
| 1. Jänner 1960 |
Außenminister Kreisky unterzeichnet den EFTA-Vertrag.
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| 23. Mai 1965 | Franz
Jonas wird Bundespräsident. |
| 18. April 1966 | Nach
knapp 21jähriger Zusammenarbeit mit der ÖVP scheidet die SPÖ aus der
Regierung aus. |
| 30. Jänner bis 1. Februar 1967 | Bruno
Kreisky wird am Parteitag zum Parteivorsitzenden gewählt.
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| Ein
Vierteljahrhundert sozialdemokratischen Gestaltens
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1. März 1970 |
Wahlsieg der SPÖ
(relative Mehrheit). Kreisky bildet eine SPÖ-Minderheitsregierung.
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| 10. Oktober 1971 | Bei Neuwahlen
erringt die SPÖ zum ersten Mal die absolute Mehrheit.
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| 23. Juni 1974 | Der SPÖ-Kandidat
Rudolf Kirchschläger wird Bundespräsident. |
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| 1. Jänner 1975 | Die 40-Stunden-Woche
tritt in Kraft. |
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| 5. Oktober 1975 | Neuerlicher Wahlsieg
und Ausbau der absoluten Mehrheit. |
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| 18. bis 20. Mai 1978 | Der Parteitag
beschließt das neue Parteiprogramm. |
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| 6. Mai 1979 | Weiterer Ausbau der
absoluten Mehrheit auf 51 Prozent. |
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| 24. April 1983 | Die SPÖ erreicht die
relative Mehrheit und bleibt mit Abstand stärkste Partei. Ein Monat später
bildet der neue Bundeskanzler Fred Sinowatz eine Koalitionsregierung mit der
FPÖ. |
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| 27. bis 29. Oktober 1983 | SPÖ-Parteitag:
Sinowatz wird Parteivorsitzender. |
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| 16. Juni 1986 |
Franz Vranitzky wird Bundeskanzler. |
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| 16. September 1986 | Nach der Wahl Jörg
Haiders zum FPÖ-Obmann löst Vranitzky die “Kleine Koalition” auf. Aus den
Neuwahlen im November geht die SPÖ wieder als stärkste Partei hervor. Im
Jänner 1987 kommt es zur Großen Koalition zwischen SPÖ und ÖVP.
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| 11. Mai 1988 | Ein
außerordentlicher Parteitag wählt Vranitzky zum neuen
Bundesparteivorsitzenden. |
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| 29. Juli 1990 | Bruno Kreisky stirbt
in Wien. |
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| 7. Oktober 1990 | Bei den
Nationalratswahlen wird die SPÖ wieder stärkste Partei. Neuerliche Koalition
mit der ÖVP. |
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| 14. und 15. Juni 1991 | Der
SPÖ-Bundesparteitag beschließt u.a. , daß die SPÖ nun “Sozialdemokratische
Partei Österreichs” heißen soll. |
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3. und 4. Juni 1993 |
Beim
SPÖ-Bundesparteitag wird mit dem Beschluß des neuen Organisationsstatuts die
Partei auch für Nicht-Mitglieder geöffnet. Das neue Statut sieht u.a.
Vorwahlen und eine Frauenquote auf allen Listen von 40 Prozent, zu erreichen
in zehn Jahren, vor. |
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| 12. Juni 1994 | Über 66 Prozent der
Österreicher und Österreicherinnen stimmen für den von der SPÖ befürworteten
Beitritt zur Europäischen Union. |
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| 9. Oktober 1994 | Trotz eines
enttäuschenden Wahlergebnisses bleibt die SPÖ stärkste Partei.
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| 1. Jänner 1995 | Österreich wird
Mitglied der EU. |
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2. bis 4. Oktober
1995 |
Der 34.
SPÖ-Bundesparteitag nimmt den Entwurf zum neuen Parteiprogramm an und setzt
damit das Startsignal für eine breite Programmdiskussion.
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| 17. Dezember 1995 | Die durch den Bruch
der Koalition seitens der ÖVP notwendigen Neuwahlen bringen für die SPÖ
wieder einen deutlichen Stimmenzuwachs. Sie wird mit vergrößertem Abstand
stärkste Partei in Österreich. |
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12. März 1996 |
Das Kabinett
Vranitzky V - eine Koalition der SPÖ mit der ÖVP - wird vom
Bundespräsidenten angelobt. |
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16. Juni 1996 |
Franz
Vranitzky feiert sein zehnjähriges Jubiläum als Bundeskanzler.
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| 18. Jänner 1997 |
Franz
Vranitzky tritt als Bundeskanzler und Parteivorsitzender zurück. Als
Nachfolger schlägt er der SPÖ Finanzminister Viktor Klima vor, der am 28.
Jänner als Bundeskanzler angelobt wird. |
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9. April 1997 |
Der
35. SPÖ-Parteitag steht unter dem Eindruck des Wechsels an der Spitze der
SPÖ. Franz Vranitzky wird von der Partei als Vorsitzender verabschiedet,
Viktor Klima mit überwältigender Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt.
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| 30. Oktober 1998 |
Bei einem
außerordentlichen Parteitag beschließt die SPÖ ein neues Parteiprogramm: Die
Grundwerte der Sozialdemokratie Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und
Solidarität sind darin nach wie vor gültig. Das neue Programm steht aber vor
allem auch für die Modernität und den Veränderungswillen der SPÖ. Beim
Sonderparteitag beschließt die SPÖ außerdem ein neues, offeneres
Organisationsstatut. Äußerliches Symbol für die Erneuerung ist das neue
Parteilogo. |
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| 3. Oktober 1999 |
Bei der Nationalratswahl
muss die SPÖ zwar Stimmenverluste hinnehmen, sie bleibt aber stimmenstärkste
Partei und erhält von Bundespräsident Thomas Klestil im Dezember den Auftrag
zur Regierungsbildung. Die Sozialdemokratie tritt in Verhandlungen mit der
Volkspartei, die bei den Wahlen von der FPÖ auf Platz drei verdrängt wurde.
Die ÖVP lässt die Regierungsverhandlungen jedoch scheitern und bildet im
Februar 2000 unter heftigem nationalen und internationalen Protest eine
Koalition mit Jörg Haiders FPÖ. Nach 30 Jahren befindet sich die SPÖ
erstmals wieder in Opposition.
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| 29. April 2000 |
Am 36.
Ordentlichen Bundesparteitag in Wien-Oberlaa legt Viktor Klima den
Parteivorsitz zurück. Alfred Gusenbauer, der erst wenige Wochen davor zum
SPÖ-Bundesgeschäftsführer bestellt worden war, wird zum neuen Vorsitzenden
gewählt. In seiner zukunftsweisenden Rede proklamierte Gusenbauer den
Neustart für seine Partei und positionierte die Sozialdemokratie als
sachlich orientierte Oppositionspartei mit dem klaren Ziel, die
Regierungsverantwortung zurückzuerobern.
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| 6. April 2000 |
SPÖ-Vorsitzender Alfred
Gusenbauer gibt eine Grundsatzerklärung zur Aufarbeitung des NS-Erbes in der
Zweiten Republik ab. Titel der Erklärung: "Klarheit in der Vergangenheit -
Basis für die Zukunft". |
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